Reely Free Men 2.0 im Test: RC-Crawler für Offroad-Spaß (2024)

Ein RC-Fahrzeug für schwieriges Gelände? Der Reely Free Men 2.0 verspricht mit großen Federwegen Kletterfähigkeiten fast wie eine Bergziege.

Geht es um Geländetauglichkeit über Stock und Stein, führt kein Weg an einem ferngesteuertem Crawler vorbei. Dank ausgeprägter Federung und hoher Bodenfreiheit gelangen diese RC-Autos scheinbar mühelos über Steine, Äste und unebenes Terrain. Beim Reely Free Men 2.0 handelt es sich um einen sogenannten Scale Crawler. Das sind RC-Crawler, die optisch und maßstabsgerecht einem originalen Geländefahrzeug nachempfunden sind. Wie gut sich der RC-Offroader schlägt, verrät unser Testbericht aus der Themenwelt RC-Spielzeug.

Weitere ferngesteuerte Geländefahrzeuge zeigen wir zudem im Ratgeber Ferngesteuerte Crawler: Robuste RC-Geländeautos ab 30 Euro, RC im Gelände: Ferngesteuerte Crawler, Scaler und Offroader ab 25 Euro sowie Buggy, Monster Truck oder Rennwagen: Die größten RC-Autos ab 70 Euro.

Design

Der Reely Free Men 2.0 ist einer Mercedes-Benz G-Klasse nachempfunden. Beim Vorgängermodell stand noch der Jeep Cherokee Pate. Mit einem Maßstab von 1:10 handelt es sich dabei definitiv um einen ziemlich großen ferngesteuerten Offroader. Die Abmessungen betragen stolze 53 x 24 x 28 Zentimeter, das Gewicht liegt bei 2,5 Kilogramm. Der Maßstab dürfte mehr oder weniger stimmen und der langen Version der G-Klasse nachempfunden sein. Der Reely Free Men 2.0 macht optisch einen schicken Eindruck.

Die Karosserie besteht aus ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymer). Darauf finden sich auch kleine Details, wie Rückspiegel und Scheibenwischer sowie LED-Leuchten vorne und hinten. Diese müssen per Kabel mit dem Akku verbunden werden. Zur Befestigung am Chassis dienen vier Bolzen mit Klemmen jeweils am Heck und an der Motorhaube sowie zwei Klettverschlüsse an den Seiten. Bei Letzteren sollte man aufpassen, diese nicht mit zu viel Zug gleich mit abzureißen, wenn man die Karosserie das erste Mal abnimmt. Das wäre uns beinahe passiert. Die Karosserie machte auf uns trotz der Befestigung einen etwas wackeligen Eindruck. Hier sollten Nutzer penibel darauf achten, dass die Klettverschlüssen präzise aufliegen.

Darunter kommt das Chassis mit Steuergerät und dem elektrischen Bürstenmotor zum Vorschein sowie der glücklicherweise im Lieferumfang enthaltene Akku. Diesen befestigt man zusätzlich mit einem Klettverschluss in der dafür vorgesehen Kunststoffschale. Das macht das Fahrzeug zu einem vollwertigen RTR-Crawler (Ready to run), den man direkt in Betrieb nehmen kann, sobald der Akku aufgeladen ist. Sogar ein passendes Ladegerät samt Netzteil liegt dem Fahrzeug bei. Zum Bedienen des Geländewagens dient eine pistolenförmige Fernsteuerung mit zahlreichen Trimming-Möglichkeiten, hierzu später mehr. Die Servos und die elektronische Steuerung (ESC - Electronic Speed Control) sind wasserdicht. Ähnlich verfährt der Hersteller bereits beim Reely Rat Max XL (Testbericht).

Akku und Antrieb

Als Energieträger liegt dem Fahrzeug ein NiMH-Akku (Nickel-Metallhydrid) von Conrad mit 7,2 Volt, 6 Zellen, 2000 mAh sowie einem Tamiya-Stecker bei. Das beigelegte Netzteil lädt den Akku in etwa 2 Stunden auf. Es können auch andere NiMH-Akkus mit 7,2 Volt und größerer Kapazität zum Einsatz kommen, wenn diese über einen Tamiya-Stecker verfügen. Der Akku hält etwa für eine Fahrt von knapp 20 Minuten durch. Sowohl Regler als auch Motor sind für den Beitrieb mit einem LiPo-Akku ausgelegt. Deiser bietet häufig mehr Kapazität und hält die Leistung konstanter aufrecht als ein NiMH-Akku.

Als Antrieb dient ein elektrischer 550er-Bürstenmotor. Dieser ist schwerer als ein Brushless-Motor, was bei einem Offroad-Fahrzeug für eine günstigere Schwerpunktlage sorgt. Aggregate mit Bürsten entfalten zudem Drehmoment meist regelmäßiger. Das ist für den Einsatz im Gelände von Vorteil, wo Spitzenleistung ohnehin nicht hilfreich ist. Sie sind zudem günstiger in der Herstellung als bürstenlose Varianten und damit preiswert als Ersatzteil zu bekommen, sollten diese den Geist aufgeben.

Der Free Men 2.0 nutzt Portalachsen mit einem üppigen Federweg. Diese Form der Achse liegt gemeinsam mit dem Differenzial deutlich höher als bei herkömmlichen RC-Fahrzeugen. Das sorgt für eine Bodenfreiheit von etwa 80 Millimeter. Die großen Reifen haben einen Durchmesser von 118 Millimeter. Der Servoweg ist von Haus aus eingestellt auf einen Winkel von 90 Grad. Eine Anpassung ist möglich.

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Reely Free Men 2.0

Reely Free Men 2.0 im Test bei TechStage

Steuerung

Zur Steuerung des Gefährts kommt ein Funkhandsender mit insgesamt vier Kanälen zum Einsatz, der auf ein Digitalsystem mit 2,4 GHz und automatischem Frequenzsprung (AFHDS) zurückgreift. Dieses System ist unempfindlich gegenüber Störungen der Niederfrequenz oder bei Kanal-Doppelbelegungen. Zum Betrieb benötigt die Fernsteuerung vier AA-Batterien, die ebenfalls zum Lieferumfang gehören.

Standardmäßig ist alles voreingestellt. Zunächst schaltet man die Fernsteuerung, anschließend startet man den Geländewagen mit dem Schalter am Chassis. Hierzu muss man die Karosserie abnehmen. Die Kopplung erfolgt automatisch und mühelos, das ist echter RTR-Komfort. Über den ersten Kanal steuert die Fernbedienung den Servo des Motors, der zweite Kanal ist für die Servos der Lenkung zuständig. Das Trimmen ist direkt an der Fernsteuerung. Das Trimmen der Steuerung zur Feinabstimmung erfolgt über den Handsender. Die Kanäle drei und vier stehen für zusätzliche Schaltaufgaben und Steuerfunktionen zur Verfügung, etwa die Beleuchtung.

Für die Steuerung gibt es zusätzlich einen Einsteiger-Modus. Verglichen mit der normalen Voreinstellung drosselt er das Ansprechen des Gashebels um 50 Prozent.Zur Aktivierung drückt man die Taste für Kanal 4 und dreht anschließend das Steuerrad gegen den Uhrzeigersinn, bis die G.LED aufleuchtet. Standardmäßig ist der Normal-Modus aktiv.

Auf hohes Tempo ist ein Crawler nicht ausgelegt. Der Free Men 2.0 erreicht etwa 10 km/h in der Spitze. Dennoch erscheint er uns der Elektromotor zuweilen etwas zu kräftig und ungestüm. Das macht die präzise Dosierung der Kraft herausfordernd und ungenau, was etwas Eingewöhnung braucht oder mehr Übung im gedrosselten Einsteiger-Modus. Das Fahrzeug gelangt dennoch erfolgreich und gekonnt über größere Steine oder dicke Äste. Im Test sind wir mit dem Free Men 2.0 über Hindernisse von gut 10 Zentimeter locker hinweg gekraxelt. Steigungen konnten wir bis 30 Prozent gut meistern.

Nicht ganz ideal ist die Abstimmung zwischen der Räder und der ABS-Karosserie. Die Reifen scheinen dafür leicht überdimensioniert zu sein. Sitzt die Karosserie nicht richtig auf, kann es schnell passieren, dass es zum Kontakt mit den Rädern kommt. Wer bisher noch nicht mit einem Crawler gefahren ist, sollte bei der Fahrt auf ebener Fläche bei vollem Tempo nicht die Räder gleich voll einschlagen. Durch die weiche Federung droht das Fahrzeug zu kippen, was aber normal ist bei einem stark gefedertem RC-Auto.

Hersteller Reely empfiehlt die Nutzung ab 14 Jahren, damit handelt es sich um kein Spielzeug für Kinder. Als Einsteiger kommt man jedoch schnell mit dem RTR-Modell zurecht und meistert auch schwieriges Terrain. Empfehlenswert ist zudem eine Privathaftpflichtversicherung. Hier sollten Nutzer prüfen, ob der Betrieb von Modellfahrzeug von der Versicherung auch wirklich abgedeckt ist.

Preis und Ersatzteile

Conrad hat uns den Reely Free Men 2.0 für den Test zur Verfügung gestellt. Der ferngesteuerte Crawler kostet dort 230 Euro. Beim Free Men 2.0 handelt es sich nicht um ein Spielzeug für Kinder. Ein Vorteil eines Markenprodukts gegenüber eines preiswerten Imports aus Übersee ist die Verfügbarkeit nahezu aller relevanter Ersatzteile sowie von Zubehör. So kostet ein Ersatzakku etwa 16 Euro. Als Ersatzteile verfügbar sind unter anderem die Karosserie, Stoßdämpfer, der Bürstenmotor und das Getriebe.

Fazit

Der Reely Free Men 2.0 ist ein vollwertiges RTR-Fahrzeug, das mit wenigen Handgriffen schnell betriebsfertig ist. Das Preisleistungsverhältnis erscheint uns fair. Alles ist im Lieferumfang enthalten, von den Batterien für die Fernsteuerung bis hin zum Akku und dem passenden Ladegerät mit echtem Netzteil. Der Scale Crawler kommt gut auf schwierigem Terrain zurecht, auch wenn er nicht ganz an die Klettereigenschaften eines rabiaten Rock Crawlers heranreicht. Dafür ist er aber auch nicht gemacht.

Das Fahrzeug ist optisch als Nachbau der Mercedes-Benz G-Klasse ein echter Hingucker, auch wenn die Karosserie etwas einfach verarbeitet ist. Etwas ärgerlich ist die nicht ideale Abstimmung zwischen Rädern und Karosserie. Das Fahrzeug eignet sich gut für ambitionierte Einsteiger ab 14 Jahren oder fortgeschrittene RC-Piloten, die sich mit dem ferngesteuerten Auto auf schwieriges Gelände wagen möchten.

Wer lieber mit hoher Geschwindigkeit über Wiesen und Schotterpisten brettert, sollte einen Blick auf den Reely Rat Max XL (Testbericht) werfen. Weitere RC-Autos im Maßstab 1:10 zeigen wir zudem im Ratgeber Buggy, Monster Truck oder Rennwagen: Die größten RC-Autos ab 70 Euro. Weitere ferngesteuerte Offroader stellen wir im Ratgeber RC im Gelände: Ferngesteuerte Crawler, Scaler und Offroader ab 25 Euro sowie Ferngesteuerte Crawler: Robuste RC-Geländeautos ab 30 Euro vor.

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Author: Horacio Brakus JD

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